Zutaten: 1 Pfund zartes, nicht mageres Schweinefleisch vom Bauch (ohne Schwarte), Salz, Ingwer, dunkle Sojasauce (Asia Shop), 1 Packung süßes Schilfrohr (Phragmites communis, Asia Shop), 2 Kilogramm klebriger Reis (Asia Shop)

Dazu 1 Rolle ungebrauchtes, kräftiges Garn oder unbenutzte, dünne Packschnur, 1 chinesisches Ess-Stäbchen.

 

-       Den rohen Reis gründlich waschen und trocknen lassen. Dann den Reis mit Soja-Sauce würzen.

-       Das Schweinefleisch in daumengroße Würfel schneiden, anschließend mit Salz, dunkler Soja-Sauce und vier bis fünf feingeschnittenen Ingwer        Scheiben würzen. 

-        An den Blättern des Schilfrohrs den harten Stilansatz abschneiden, aus zwei bis drei Blättern jeweils eine Tüte formen. Am besten hält man als Rechtshänder die geformte Tüte in der linken Hand und füllt dann mit der rechten Hand in jede Tüte zunächst Reis, dann ein bis zwei Würfel Schweinefleisch (mit dem Ess-Stäbchen behutsam andrücken) und schließlich mit Reis auffüllen.  Das „Päckchen“ mit den überstehenden Blatt-Teilen schließen und mit dem   Garn sanft, aber fest umwickeln (ähnlich einer Roulade).

-       Die 30 bis 40 „Päckchen“ in einen Topf tun und mit Wasser bedecken. Anschließend lässt man sie fünf bis sechs Stunden lang auf niedriger Temperatur   köcheln (es darf auf keinen Fall sprudeln). Bitte regelmäßig prüfen, ob noch genügend Wasser im Topf ist. Man kann nebenbei sauber machen oder lesen, bis die Wunder-Päckchen von außen nach innen gar geworden sind.

-       „Zong zi“ schmeckt frisch am besten. Die Blätter sind nicht zum Verzehr gedacht. Man kann die „Wunder-Päckchen“ auch einfrieren und jederzeit gefroren in kochendes Wasser tun, kurz aufkochen und dann genießen.

 

Das Besondere: „Zong zi“ war und ist in China im Sommer sehr beliebt, denn die Blätter konservieren den Reis und das Fleisch. Früher wurden die „Zong zi“ in einem Behälter in einen kühlen Brunnen herabgelassen – und nach der Arbeit heraufgeholt und sofort verzehrt.

Fast jede Region, ja jede Familie hat ihr eigenes Rezept für „Zong zi“. Wie bei einem „Wunder-Päckchen“ wurde das Fleisch im Reis „versteckt“. Auf den Dörfern „versteckte“ man früher „nur“ einen Fleisch-Würfel, bei uns im Westen kann man zwei Fleischstücke als „Wunder“ in den Reis verpacken. Durch das lange Kochen durchdringen die Düfte der Blätter und Gewürze wie Ingwer und Soja-Sauce sowohl den Reis wie das Fleisch. Für den europäischen Geschmack ist es eine ungewohnte, aber feine Delikatesse. Wer möchte, kann sein eigenes Rezept für „Zong zi“ entwickeln, vielleicht mit Kräutern der Provence. Der eigenen Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Gemäß der klassischen chinesischen Medizin wärmt der klebrige Reis von „Zong zi“ den Magen und den Darm, verhindert spontanes Schwitzen und beruhigt eine nervöse Blase. Ältere Menschen, Kinder oder Kranke sollten diesen Reis nicht zu viel auf einmal essen, da er nicht leicht zu verdauen ist. Für Diabetes-Patienten ist das Gericht nicht geeignet.