In diesen Jahren habe ich, wie viele Existenzgründer, das „Rad neu erfunden“: Ich habe gelernt, den Terminkalender für eine Praxis alleine zu führen und selbst Rechnungen zu schreiben. Ich erinnere mich, dass ich einen eigenen Tisch für meine Buchhaltung entworfen und gebaut habe. Jeder, der so eine Situation erlebt hat, kann verstehen, wie sehr ich mich gefreut habe, als mir Dr. med. Julia Kleinhenz ihre Formulare als Muster gegeben hat.

Im alten China war es das erste Ziel eines Mediziners, seine Patienten von Schmerzen und Beschwerden zu befreien. Doch die Aufgaben des Mediziners gingen weiter – er sollte seine Patienten auch in Zukunft vor Krankheiten bewahren. Das kann gelingen, wenn Patienten die Behandlung verstehen und ihren Teil zur Heilung beitragen. Das klingt unbequem, aber es ist leichter, als man denkt.

Wie? An den freien Abenden und Wochenenden habe ich nachgedacht und den Lehrplan für neun Patienten-Seminare als Power-Point-Präsentationen mit eigenen Texten, Bildern und Fotos entworfen.

In den Seminaren werden wichtige Gesundheits-Themen im Leben eines Menschen behandelt: „Lebensrhythmus“. „Die 7 Emotionen“, „Ernährung“, „Allergie“, „Guter Schlaf“, „Kinderwunsch“, „Wechseljahre“, „Erschöpfung“ und „Heilhindernisse“.

Auf jedem Seminar werden Fragen zur Traditionellen Chinesischen Medizin beantwortet, denn diese Methode ist im Westen fremd: Warum können ein paar Nadeln eine Krankheit heilen? Warum braucht es mehrere Sitzungen? Warum braucht es zwischendurch eine Therapie Pause? Warum ist die Methode für Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren geeignet? Dazu gibt es Hinweise, wie sich Patienten gemäß der Traditionellen Thinesischen Medizin vor weiteren Krankheiten schützen und ihre Gesundheit erhalten. Ich weiß: Nur wenig ist schwieriger, als die Änderung einer Gewohnheit. Und doch! Wer die Gründe kennt, warum er sein Verhalten ändern sollte, dem gelingt das, vor allem, wenn er am eigenen Körper den Erfolg spürt.

In den vergangenen zehn Jahren habe ich über 90 Seminare in meiner Praxis abgehalten, allein das wichtigste Seminar über „Die 7 Emotionen“ haben circa  600 Personen besucht .

 

    

Seminar 7-Emotionen -  eine Präventionsschulung für Patienten

 

   

  

Vergnügen beim Kochkurs: In der Chinesischen Medizin spielt Kochen und Ernährung eine große Rolle.

 

      Chinesische Medizin als Fortbildung für Therapeuten: Über zehn Jahre lang, von 1994 bis 2007, habe ich für Ärzte medizinische Fortbildungen zur Akupunktur abgehalten, die in Form von Punkten anerkannt wurden. Es war eine interessante Zeit des Lehrens und Lernens. Mit der Gründung der Praxis habe ich diese Tätigkeit aufgegeben, sonst wäre es zu viel geworden.

In diesem Jahr schweift mein Blick ein wenig weiter zurück in die Vergangenheit: Ich habe zehn Jahre lang Vorträge für die „Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur“ in ganz Deutschland gehalten, unter anderem in Baden-Baden, Bad Kissingen, Berlin, Bremen, Dresden, Frankfurt, Freudenstadt, Kiel, Koblenz, Mainz, München, Oberhausen, Stuttgart, Wien und in vielen anderen Städten. Am frühen Morgen bin ich mit dem Auto losgefahren, gleich nach der Ankunft habe ich meinen Vortrag gehalten – und abends ging es wieder nach Hause zurück. Im Rückblick staune ich, wie das alles zu schaffen war. Es war wohl die Begeisterung für die Medizin, die mich erfüllt hat.

 

 

  

Im „Qualitätszirkel“ gab ich für Ärzte Fortbildungen zur Akupunktur. In den Pausen konnte man sich natürlich stärken

 

 

 

Ein weiterer Kurs: Die Teilnehmer üben die schwierige Kunst der Puls- und Zungendiagnose

 

      Ich habe mich auch gefreut, dass ich am 6. November 2007 am Institut für Philosophie der Universität Wien einen Vortrag über die „Medizin des 21. Jahrhunderts“ halten durfte. Diskutiert wurden die wissenschaftlichen Methoden in der Forschung aus Sicht der Philosophie - es ging unter anderem darum, welche Rolle die Statistik in der Medizin der Zukunft spielen soll und darf. Von großem Interesse: Prof. Weibo Zhang hat über die Ergebnisse seiner Forschungen und seine neue Theorie zur Akupunktur berichtet.

 

 

  

 

Ein Thema, das in Zukunft immer wichtiger werden wird und auf einem philosophischen Seminar in Wien diskutiert wurde: Wie können Schulmedizin und alternative Medizin einander ergänzen?