Im Jahr 2013 habe ich mich intensiv mit gesunder Ernährung aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin beschäftigt. Auf meiner Homepage biete ich seither eine Auswahl aus 48 Rezepten an, jeweils passend zur Jahreszeit. Mein freier Mitarbeiter Dr. Hui Ding (er ist heute Dozent an der Zhong Shan Universität in Guangzhou in China) hat mehr als 40 Rezepte probegekocht, darunter Suppen, Mahlzeiten mit Fleisch, vegetarische Gerichte und sogar einige Rezepte für große Festtage. Ich habe zwölf eigene Tee-Rezepte entworfen, zubereitet und getestet. Meine Mitarbeiterin Jingjie Shi hat die Mahlzeiten wie die Tees fotografiert. Es war eine im wahrsten Sinne des Wortes eine „köstliche“ Zeit!

Auf der Homepage gibt es neben diesen Koch-und Tee-Rezepten zusätzlich fast jeden Monat einfache und kostengünstige Tipps, wie man seine Gesundheit mit Mitteln der traditionellen chinesischen Medizin bewahren und fördern kann. Dazu stellen wir regelmäßig eine Pflanze mit einem Bezug zu China und zur traditionellen chinesischen Medizin vor.

 

     In diesem Jahr habe ich wieder Koch-Kurse angeboten. Ich hatte schon zuvor mehrfach Koch-Kurse für meine Patienten gegeben. Warum bietet eine Heilpraktikerin solche Kurse an? Eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung ist ein wichtiger Schritt zur Heilung und zur Erhaltung der Gesundheit. Ein gutes Essen, das uns Freude macht, gibt Kraft für die Arbeit und das Leben überhaupt. Das ist besonders wichtig in Phasen der Erschöpfung, Schwäche oder Rekonvalszenz.  Doch vielen Menschen ist das heute nicht mehr bewusst – und einige können nicht selbst kochen oder sind nicht mehr in Übung. So zeige ich interessierten Patienten, wie sie in wenigen Minuten eine warme und schmackhafte chinesische Mahlzeit zubereiten können. Dabei spielen vor allem die Schneide-Techniken eine Rolle. Je besser eine Zutat zugeschnitten ist, desto leichter können Wärme und Gewürze eindringen – und umso besser schmeckt es.

 

 

 

Immer wieder biete ich Koch-Kurse für meine Patienten an, denn eine gute Ernährung ist ein wichtiger Schritt zur Heilung und zur Erhaltung der Gesundheit. Auch hier bereiteten wir gemeinsam eine chinesische Mahlzeit zu, die man leicht zu Hause nachkochen kann.

 

     In diesem Jahr haben zwei Mitarbeiter meiner Praxis den „Bund fürs Leben“ geschlossen: Jingjie Shi und Hui Ding haben in Heidelberg geheiratet. Was für eine Aufregung! Mit rund 60 Gästen aus China, England, Taiwan und Deutschland haben wir eine moderne und doch typisch chinesische Hochzeit gefeiert!

Im alten China ist es üblich, dass der Mann die Frau in ihrem Elternhaus abholt und zu ihrem neuen Zuhause bringt. So habe ich für die beiden zukünftigen Eheleute aus meinen zwei Gärten symbolisch zwei Heimstätten geschaffen: Hui Ding war in dem einen Garten „zu Hause“ und Jingjie Shi im anderen Garten. Zuerst wurde Hui Ding mit verbundenen Augen in seinem Garten-Zuhause abgeholt und zum zweiten Garten geführt, wo er in einem Quiz „beweisen“ musste, ob er die Gewohnheiten und Vorlieben seiner künftigen Frau kennt. Was wurde da gelacht! Anschließend hat er seine Frau auf einem geschmückten, roten Wagen fast einen Kilometer weit zu seinem „Zuhause“ geholt, wo dann tüchtig gefeiert wurde. Gemeinsam haben Frau und Mann einen Ginkgo-Baum gepflanzt, das uralte Symbol der Liebe. Dazu habe ich das Ginkgo-Biloba-Gedicht von Wolfgang Goethe vorgelesen, auf Deutsch und Chinesisch. Die Fernseh-Journalistin Elke Werry hat über das Ereignis einen wunderschönen Film für uns gedreht.

 

     

      

     

     

     Impressionen einer chinesischen Hochzeit in Heidelberg: Im Mittelpunkt standen die wunderschöne Braut und ihr Bräutigam - und der Gingko-Baum mit seinen zweigeteilten Blättern wurde zum Symbol der Liebe. Natürlich wurde viel gelacht, gesungen und gegessen

 

     Seit einigen Jahren veranstalte ich jeden Sommer ein großes Fest in meinem Garten. So ist das meine Art, Freunden und Mitarbeitern für ihre Unterstützung und Hilfe jedes Jahr Danke zu sagen.
Es ist mir eine große Freude, wenn wir gemeinsam ein gutes chinesisches Essen genießen, inmitten von europäischen und chinesischen (!) Heilpflanzen. Vor allem ist es schön, wenn wir uns miteinander unterhalten können, ohne Zeitdruck oder berufliche Verpflichtung. So haben sich in meinem Garten schon sehr unterschiedliche Menschen kennengelernt, manchmal treffen sie sich auch außerhalb meines Gartens - doch einige Gäste treffen sich nur einmal im Jahr, nämlich bei meinem Fest. Was für ein Vergnügen.
Im vergangenen Jahr hatte ich nun einen besonderen Anlass für ein Dankeschön: Frau He, Linghua feierte bei mir ihren 80. Geburtstag. Viele Jahre hat sie mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. In China gibt es traditionell eine enge Beziehung zwischen Lehrern und Schülern, oft hält diese Bindung ein Leben lang. Genauso ist es zwischen He, Linghua und mir – die Dozentin für Kunstgeschichte in Peking hat mich seit meinem Studium betreut und begleitet. Mit ihrer inneren Jugendlichkeit und ihrer großen Weisheit ist sie mir eine treue Freundin und ein Vorbild geworden. Genauso möchte ich anderen Menschen behilflich sein. Mit ihrem angeborenen Gefühl für Schönheit und Harmonie hat sie mir bei der Einrichtung der Praxis geholfen, beispielsweise bei der Auswahl und Kombination der Materialien, Farben und Muster. Viele Patienten empfinden unwillkürlich diese Sorgfalt und Fürsorge – und das ist mir eine große Freude.

 

 
 

Jedes Jahr feiere ich in meinem Garten ein Sommerfest. In diesem Jahr konnte ich einen besonderen Gast begrüßen: Kunsthistorikerin He, Linghua war aus China nach Heidelberg gekommen und feierte mit uns ihren 80. Geburtstag.