Die wichtigsten Personen in meiner Praxis sind – natürlich – die Patienten. Für sie habe ich ein eigenes Konzept erarbeitet, eine Kombination aus den Erkenntnissen der modernen Medizin und der jahrhundertealten Philosophie der traditionellen chinesischen Medizin. Am besten wird mein Konzept in meinem Logo „Z“ beschrieben. Prof. Qingsheng Zhu von der Universität Peking hat es entworfen, mitten auf dem Flug von Finnland nach Deutschland. Dafür ein Dank an ihn.

Das Logo ist so einfach wie genial: Das fertige Bild entsteht im Betrachter, wenn er den angedeuteten Kreis in seiner Phantasie zum ganzen Kreis ergänzt und damit das „Z“ im Kreis sichtbar wird. Das „Z“ steht für „Ziel“, nämlich die Heilung des Patienten. Das „Z“ steht auch für die „Zeit“, in der die Beschwerden und Schmerzen der Patienten so schnell wie möglich gelindert werden sollen. Doch ich wünsche mir mehr: Ich möchte meine Patienten vor Rückfällen oder Symptom-Verschiebungen bewahren. Das bedeutet gemäß der traditionellen chinesischen Philosophie, dass die Patienten – wie die Betrachter des Logos – ihren Teil zur Heilung betragen. So steht das „Z“ auch für die Zahl „Zwei“ oder für „Zusammenarbeit“. Nicht zuletzt steht es auch für meinen Namen „Zou“ und die Freude an meiner täglichen Arbeit.

         

 

Also: Im Jahr 2005 habe ich meine eigene Praxis als Mieterin in den Räumen einer Kollegin und Heilpraktikerin in Heidelberg, nämlich in der Schröderstraße, eröffnet. Alle hatten Angst, dass ich es alleine nicht schaffen würde. Sie sagten: „Langsam, langsam, nicht so schnell.“ Ihre Sorge war berechtigt – von zehn Gründungen in Deutschland existieren nach zehn Jahren nur noch zwei bis drei Firmen.

Doch ich hatte Glück: Nach drei Monaten hatte ich so viele Patienten, dass ich mich auf die Suche nach neuen Räumen machen konnte. Eine befreundete Rechtsanwältin übernahm für mich die Verhandlungen für die Anmietung der neuen Räume in der Kurfürstenanlage 59.

So stand ich im Oktober in dieser Praxis, die meine Patienten und Freunde heute kennen. Damals waren die Räume leer, es gab nicht einmal die Waschbecken, nur eine Toilette. Was für eine Herausforderung und was für eine Chance! Ich habe den grauen Boden durch einen Boden in hellen, freundlichen Beigetönen ersetzt. Mit Freunden habe ich die gelben Vorhänge ausgesucht, die den Räumen auch im Winter eine helle Note verleihen. Es mussten Liegen besorgt werden, einige Tische habe ich selbst gebaut. Auch den Abzug für die Dämpfe der Moxa-Therapie habe ich selbst konstruiert und gebaut. Ein Dank an den Vermieter für die Erlaubnis. Der Heidelberger Künstler Thomas Petri stellte mir zehn Jahre lang seine Foto-Collagen kostenlos zur Verfügung. Sie haben mir so gut gefallen, dass ich für das Jubiläum neue Bilder des Künstlers ausgewählt und dieses Mal käuflich erworben habe.

All das hat sich gelohnt: Ab Dezember konnte ich meine Patienten in den neuen Räumen willkommen heißen.