Ginkgo  银杏

 

Der Name Ginkgo oder Gingo leitet sich vom chinesischen Yin Xing ab – es handelt sich um eine Kombination aus „gin“ für „Silber“ und „kgo“ für „Aprikose“. Nach Europa kam er durch den deutschen Arzt und Japanforscher Engelbert Kaempfer. Das Wort „biloba“ weist auf die Zweilappigkeit des Blattes hin.

Der Baum hat viele Namen: In Japan nennt man ihn heute meist Icho. In chinesischen Texten findet man auch die Bezeichung „Großvater-Enkel-Baum“. Weitere Namen sind Elefantenohrenbaum, Entenfußbaum, Mädchenhaarbaum, Fächerblattbaum, chinesischer Tempelbaum, beseeltes Ei, Mandelfrucht, Weißnuss und Nuss-Aprikose. Zum Ende des Jahrtausends erklärte das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ den Ginkgo Biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum „Baum des Jahrtausends“.

 Der Baum ist ursprünglich in China zu Hause. Heute wird er jedoch weltweit als Straßenbaum gepflanzt, unter anderem, weil er unempfindlich gegen Abgase und Straßensalz ist. Der Ginkgo ist sehr widerstandsfähig gegen Pilze, Insekten, Bakterien und Viren. Er erträgt Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius. Er ist jedoch empfindlich gegen Umpflanzungen.

 Der Ginkgo ist ein sommergrüner Baum, der im Herbst seine Blätter abwirft. Er kann 1000 Jahre und älter werden und bis zu 40 Meter hoch wachsen. Der junge Baum wächst meist schlank und gerade in die Höhe. Sein Umriss ist pyramidenförmig. Meist besitzt der Ginkgo zwei Haupttriebe, unter Stress können in Bodennähe Sekundarstämme ausgebildet werden, die aus wurzelartig wachsenden Trieben entstehen.

Eine Besonderheit stellen die fächerförmigen, breiten Laubblätter dar. Sie sind in der Mitte eingekerbt, so ein Blatt kann vier bis acht Zentimeter breit werden. Kein Ginkgo-Blatt gleicht dem anderen. Im November wirft der Baum seine Blätter ab.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die Bäume werden erst mit 20 bis 35 Jahren geschlechtsreif.

Der Ginkgo ist ursprünglich in China zu Hause. Dort gilt er als Symbol für ein langes Leben. Frauen erbitten vom Gingko-Baum Milch zum Stillen ihrer Kinder, Bauern erflehen Regen. Er gilt auch als Symbol für Yin und Yang. Ganz besonders: In Hiroshima ging ein Ginkgo-Baum nach der Explosion der Atombombe in Flammen auf, aber noch im selben Jahr trieb er neu aus und überlebte.

In der westlichen Medizin werden nur die Blätter genutzt, in der klassischen chinesischen Medizin dagegen werden Wurzel, Rinde, Blätter und Samen verwendet.

Die Extrakte aus den Blättern werden für Medizin genutzt, um Herz, Leber und Gehirn zu stärken. Sie werden in der Pharmakologie, wie im Westen, bei Patienten mit Demenz eingesetzt.

Medizin aus den Samen wird gemäß der klassischen chinesischen Medizin gegeben, um den Nieren-Funktionskreis zu stärken. Sie ist gut für den Aufbau der Knochen und für die Fortpflanzung. Sie verbessert die Funktion des Gehirns und der Augen. Sie gilt als anregend für das Immunsystem und als antibiotisch wirksam. Der Samen wird in der asiatischen Küche gerne als Gewürz verwendet und zum Beispiel dem Eierstich zugegeben. Im 11. Jahrhundert sollen diese „Nüsse“ so geschätzt worden sein, dass der Kaiser von China die Samen als Tributzahlung von den südöstlichen Provinzen forderte.

Vorsicht! Man darf diese Medizin nicht zu lang einnehmen und auch nicht in einer zu hohen Dosierung, sonst kann der Körper die Gifte nicht richtig ausscheiden. Für Kinder sind Ginkgo-Präparate nicht geeignet.

In Deutschland wurde der Ginkgo biloba bekannt durch das Gedicht mit dem Titel „Ginkgo Biloba“, das der 66 Jahre alte Goethe 1815 für Marianne von Willemer schrieb. Später nahm er das Gedicht in seine Sammlung „West-östlicher Divan“ auf. Er sieht in dem Ginkgoblatt aufgrund seiner Form ein Sinnbild für Freundschaft und Liebe.

 

 Ginkgo Biloba

(Johann Wolfgang von Goethe 1815)

 

Dieses Baumes Blatt, der von Osten

Meinem Garten anvertraut,

Gibt geheimen Sinn zu kosten,

Wie´s den Wissenden erbaut.

 

Ist es ein lebendig Wesen,

Das sich in sich selbst getrennt?

Sind es zwei, die sich erlesen,

Dass man sie als eines kennt?

 

Solche Fragen zu erwidern

Fand ich wohl den rechten Sinn.

Fühlst du nicht an meinen Liedern,

Dass ich eins und doppelt bin?

 

 

  Lycium chinense 枸杞

 

Der Chinesische Bocksdorn (Lychium chinense) wird auch echte Gojipflanze, Gemeiner Teufelszwirn oder Wolfsbeere genannt. Die Nachfrage nach den Goji-Beeren ist in Europa so groß, dass vor einiger Zeit in Spanien die riesige Goji-Plantage angelegt wurde. Die Beeren werden verkauft als Trockenfrüchte, Saft, Püree, Fruchtaufstrich oder Chutney.

Die Pflanze ist ein Nachtschattengewächs und weit verbreitet. Man findet sie in Europa und in Südwestasien von Pakistan über Nepal und China bis Korea, Taiwan und Japan.

Auch in Deutschland wächst der chinesische Bocksdorn. Er kann gut im eigenen Garten angebaut werden. Früher wurde er häufig als Hecke eingesetzt, er ist frostunempfindlich.

Der Strauch kann 2 bis 4 Meter hoch werden. Seine Blätter sind bis zu 5 Zentimeter lang. Die Blüten sind lila und dreilappig. Die roten Früchte sind 5 bis 12 Millimeter lang, sie werden im Sommer und Herbst geerntet und getrocknet.

Die frischen Beeren haben einen Vitamin-C-Gehalt, der in etwa dem der Zitrone entspricht. Bei den getrockneten Beeren ist der Gehalt niedriger. Sie enthalten Vitamin A, Vitamin E, B-Vitamine und Eisen.

In der traditionellen chinesischen Medizin gelten die Früchte als gesund für die Augen. Sie werden auch eingesetzt bei hohem Blutdruck oder Blutzucker. Es gibt Studien, die sich mit der Wirkung der Goji-Beeren bei Krebs beschäftigen. Sie sollen das Immunsystem stärken und den Organismus beim Aufbau einer gesunden Darmflora unterstützen.

Da Goji-Beeren im Handel teuer und mit Pestiziden belastet sein können, ist der Strauch eine gute Empfehlung für den Garten. Bocksdorn-Sträucher sind im Handel erhältlich.

Achtung: Wer Goji-Beeren für medizinische Zwecke einnehmen möchte, sollte unbedingt einen Experten für traditionelle chinesische Medizin befragen. Denn es gilt nicht das Motto „Viel hilft viel“. Wer zu viele Goji-Beeren verzehrt, kann Durchfall bekommen. Goji-Beeren sind ungeeignet für Menschen mit einer Milz- oder Magen-Schwäche. Menschen mit Durchfall oder einem breiigen Stuhl, sollten Goji-Beeren meiden. Gewarnt wird vor Wechselwirkungen mit bestimmten blutverdünnenden Medikamenten wie beispielsweise Marcumar.  

 

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