Morgenländischer Lebensbaum – Platycladus orientalis 侧柏

 

Der Morgenländische Lebensbaum ist zwar nicht der klassische Christbaum für Weihnachten. Aber er ist, wie die vielen Weihnachtsbäume, auch im Winter grün. Natürlich mag ich den aromatischen Duft seiner schuppenförmigen Blätter. Da der Morgenländische Lebensbaum mehr als 1000 Jahre alt werden kann, gilt er in China als Symbol für ein langes Leben.

Der Morgenländische Lebensbaum ist die einzige Pflanzenart der Gattung Platycladus, früher wurde er den Thujas zugeordnet. Er ist in China, Korea, Russland und auch bei uns verbreitet. Er wächst in Höhen von 300 bis 3300 Metern. In China kann er bis zu 20 Meter hoch werden, in Europa fünf bis zehn Meter. Die Pflanze lässt sich gut und gerne in Form schneiden, deshalb wird sie bei uns gerne als Hecke verwendet.

In der traditionellen chinesischen Medizin werden die ätherischen Öle des Baums für ein Bad genutzt, das die Durchblutung der Haut fördert und Muskel- und Gelenkschmerzen, die durch Kälte hervorgerufen wurden, lindern kann. Die zermahlenen Äste werden als Brei äußerlich bei Krämpfen der Muskeln verwendet. Eine Tinktur aus den Blättern wird verwendet gegen graue Haare. Die Blätter finden aber auch, gemäß der klassischen chinesischen Medizin, eine Verwendung bei Verbrennungen. Die Samen werden in der klassischen chinesischen Medizin zu einer Medizin verarbeitet, die bei Verstopfung und zu hartem Stuhlgang, aber auch bei Nachtschweiß gegeben wird. In der Homöopathie wird der Lebensbaum ebenfalls verwendet, nämlich beispielsweise bei Magenkatarrh, Neuralgien oder Augen- und Ohrenentzündungen.

Achtung: Der Lebensbaum wird als Zierstrauch in Parks gerne verwendet, doch er gilt als giftig; bei zu häufigem Kontakt kann es zu Hautentzündungen, Magen- und Darmentzündungen und Krämpfen kommen. Er ist auch giftig für Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Meerschweinchen und andere Tiere.

 

 

Camellia japonica 山茶花

 

Die Kamelie ist in Ostasien mit Nepal, dem südlichen China und dem Süden Japans beheimatet. Heute sind rund 200 Arten von Kamelien bekannt.  

Die Kamelie (Camelia japonica) ist eng mit dem Teebaumstrauch verwandt. Sie ist benannt nach dem Jesuitenpater und Apotheker Georg Joseph Kamel, der in Manila gearbeitet hat. In Europa wurde die Kamelie erstmals im 18. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Die älteste europäische Kamelie findet man in Pillnitz - sie ist 9 Meter hoch, während ihrer Blütezeit sollen bis zu 35 000 Blüten erscheinen. Berühmt wurde die Kamelie mit dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas. Sein Roman wurde zur Vorlage für die Oper „La Traviata“ von Verdi. In China steht die Kamelie für Freundschaft, Eleganz und Harmonie.

Die Pflanze braucht einen Platz im Schatten, geschützt vor Wind. Die Erde sollte leicht sauer und durchlässig sein. Staunässe schadet der Kamelie, langer Regen oder Hitze werden jedoch gut vertragen.

Das Holz der Kamelie wurde lange Zeit für die Herstellung von Waffen, Tassen, Tellern, Kämmen und Puppen genutzt. Der japanische Samurai pflegte mit dem Öl der Kamelie seine Schwerter und schützte sie so vor Rost. Das Öl kann auch Holz vor Nässe, UV-Strahlung und Verschmutzung schützen. Japanische Frauen pflegten ihre Haare mit dem Öl. In der Volksmedizin wurde das Öl zur Hautpflege verwendet, vor allem soll das Öl Linderung bei Rötungen und Reizungen von empfindlicher Haut bringen.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Kamelie dem Funktionskreis der Leber und Lunge zugeordnet. Der medizinische Tee hilft bei Husten und Leiden der Leber. Der Tee hilft auch Frauen, die unter zu starken Blutungen während der Menstruation leiden. Der medizinische Tee darf nicht täglich getrunken werden, sondern nur bei Bedarf. Eine Auflage mit gepressten Blüten-Blättern und Sesamöl hilft gemäß der chinesischen Medizin bei blauen Flecken, aber auch bei Blutungen und Hämorrhoiden.

 

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