Maulbeere - Murus 桑

 

Was lehrt uns ein Garten? Unter anderem Geduld. So habe ich in meinem Garten zwei Maulbeer-Bäume gepflanzt, etwa so groß wie zwei kleine Kinder. Nun werde ich erleben, wie diese Bäume langsam groß werden, mit Geduld.

Die schwarze und weiße Maulbeere gehört zur Gattung der Maulbeeren (Morus). In Heidelberg und an der Bergstraße können die Maulbeer-Bäume gut gedeihen, weil das Klima meist warm und mild ist. Gemäß der klassischen chinesischen Medizin korrigiert die Maulbeere gerne alles, was nicht im Gleichgewicht ist.

Die schwarze Maulbeere ist ursprünglich in Westasien beheimatet, später wurde sie auch in Südeuropa angepflanzt. Im Mittelmeerraum und in den USA ist sie inzwischen richtig zu Hause. Die weiße Maulbeere ist ursprünglich in China beheimatet. Sie ist dort die wichtigste Pflanze für die Seidenraupenzucht.

Die schwarze Maulbeere wird bis zu zwölf Meter hoch, am Stamm findet man knollenförmige Verdickungen. Die Borke ist dunkel-orange, die Blätter sind bis zu 18 Zentimeter lang und ei- oder herzförmig. Die Früchte sind zunächst noch grün, färben sich dann orange bis schwarzrot. Bei Vollreife sind sie süß und saftig.

Die weiße Maulbeere wird sogar 16 Meter hoch. Die Borke ist matt grau-grün bis rötlichbraun. Am gleichen Baum findet man gelappte und ungelappte Blätter, auch bei ihr sind manche Blätter ei- oder herzförmig. Die Früchte sind weiß, später gelblich, häufig aber auch rosa- und purpurfarben.

In der traditionellen chinesischen Medizin werden sowohl die Blätter, die Zweige, die Früchte wie auch die Wurzelrinde verwendet.

Die jungen Blätter der Maulbeere (weiß und schwarz) kann man pürieren und mit einem Teig backen. Das Gebäck ist schmackhaft und eignet sich zum Abnehmen.

Meist jedoch werden die älteren Blätter geerntet und zwar nach dem ersten Nachtfrost. Diese Blätter gelten gemäß der klassischen chinesischen Medizin als „kräftig“. Sie werden gekocht. Bei Schlaflosigkeit verwendet man die Flüssigkeit gemäß der traditionellen chinesischen Medizin für ein warmes Fußbad, kurz vor dem Schlafengehen. Das Fußbad soll den Blutdruck senken und zur Beruhigung beitragen. Die gekochten Herbst-Blätter eignen sich auch als Mittel gegen Husten, gemäß der chinesischen Medizin.

Die Rinde wird im Herbst oder Winter abgelöst, dann zu Tee gekocht, der sich gemäß der klassischen chinesischen Medizin als Mittel bei Husten eignet. Außerdem fördert der Tee die Ausscheidung von Wasser und sorgt so für eine Reinigung des Körpers.

Die Zweige werden getrocknet und sehr fein geschnitten. Sie werden gekocht, so dass man die Flüssigkeit ins Badewasser geben kann - das lindert Muskel- und Gelenkschmerzen.

Die Beeren werden gerne in schmackhaften Marmeladen verarbeitet. Sie sind in der klassischen chinesischen Medizin auch Bestandteil einer medizinischen Mischung gegen die Unfruchtbarkeit beim Mann, und sorgen für dunkle Haare und klare Augen.

Der Maulbeer-Saft ist geeignet gegen einen trockenen Husten ohne Schleim oder Auswurf. Er wird, gemäß der klassischen chinesischen Medizin, auch bei Verstopfung gegeben. Er hilft ebenfalls bei einem zu starken Bedürfnis nach Alkohol – oder nach dem reichlichen Genuss von Alkohol.

Achtung! Bei Durchfall darf man die Maulbeere nicht einnehmen.

 

 

 

Chinesischer Gemüsebaum – Toona sinensis 香椿

 

Der Chinesische Gemüsebaum (Toona sinensis) heißt auch Chop-Suey-Baum, chinesischer Mahagoni-Baum oder Surenbaum. In China ist der Toona sinensis ein Symbol für den Vater (die Taglilie steht für die Mutter). Man kann also durchaus gute Wünsche für die Gesundheit des Toona äußern, wenn man dem Vater alles Gute wünscht. Wie bei uns das Vergissmeinnicht erinnern der chinesische Gemüsebeum und die Taglilie die Menschen in China an ihre Eltern.

Die Pflanze ist in Ost- und Südostasien zu Hause, in Nord-Korea genauso wie in China, Nepal, Thailand und Malaysia.

Die Pflanze mag einen sonnigen, warmen und geschützten Standort, im Winter schützt man sie vor Frost. Der Baum kann bis zu 25 Meter hoch werden und einen Durchmesser von rund 70 Zentimetern messen. Seine Blätter werden bis zu 70 Zentimeter lang. Die jungen Blätter sind rot-lila bis braun-rot. Die kleinen, weißen Blüten öffnen sich im Juni und Juli, sie sitzen an mehr als 50 Zentimeter langen Rispen. Die ovale Frucht ist gelblich bis goldfarben.

In China ist der Baum, der Name sagt es schon, in der Küche beliebt. Junge Blätter und Triebe passen zu Suppen und Eiern, sie eignen sich als Gewürz. Die späteren Blätter schmecken mit Fleisch, Tofu und Tees.

Die Blätter haben, so heißt es, den höchsten Eiweißgehalt aller Lebensmittel. Gleichzeitig wird ein hoher Gehalt an Vitamin A gemessen.

Gemäß der traditionellen chinesischen Medizin sind die Blätter geeignet, um den Blutzuckerspiegel zu senken – sie sollen also für Diabetiker geeignet sein. Die Pflanze wird genutzt zur Entgiftung und gegen Hitze. Gemäß der chinesischen Medizin stillt sie Blutungen. Sie wird in der traditionellen chinesischen Medizin bei Männern eingesetzt, die unter einer Störung der Erektion oder unter einer frühzeitigen Ejakulation leiden. Es könnte sein, dass die Pflanze das Risiko senkt, an Krebs zu erkranken.

Noch eine Nutzung: Das Holz eignet sich für den Bau von Möbeln wie auch von Schiffen.

  

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